Schützenbruderschaft

Festschrift 1986 - Seite 3

Aus der Geschichte der St. Laurentius Schützenbruderschaft


Käuper Brockmann Wiechers Schulte-Benteler
Theodor Käuper Stefan Brockmann Jodokus Wiechers Georg Schulte-Benteler
Ewers Schrewe Rempe Kamp
Heinrich Ewers Hubert Schrewe Franz Rempe Josef Kamp

Als Oberst standen der Bruderschaft nachweislich vor:

Wilhelm Hupe
------- 1903 Franz Sänger
1903-1911 Theodor Käuper
1911-1925 Stefan Brockmann
1925-1938 Jodokus Wiechers
1938-1948 Georg Schulte-Benteler
1948-1967 Heinrich Ewers
1967-1972 Hubert Schrewe
1972-1982 Franz Rempe
1982-------- Josef Kamp

Pfarrer Schulte Pfarrer Holtkamp Pfarrer Müller Pastor Bürger
Pfarrer Clemens Schulte Pfarrer Josef Holtkamp Pfarrer Heinrich Müller Pastor Reinhard Bürger
Pastor Gede

Präsides der Bruderschaft

1934 - 1946 Pfarrer Clemens Schulte
1947 - 1962 Pfarrer Josef Holtkamp
1963 - 1979 Pfarrer Heinrich Müller
1980 - 1982 Rektor Heribert Eikamp
1982 - 1985 Pastor Reinhard Bürger
Pastor Peter Gede 1985 - ------- Pastor Peter Gede

275 Jahre St. Laurentius Schützenbruderschaft Thüle

 

Über die Gründung unserer Bruderschaft sind urkundliche Unterlagen leider nicht vorhanden. Unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse ist das eigentlich nicht überraschend. Schriftliche Aufzeichnungen waren zu dieser Zeit wegen der fehlenden Schulbildung selten und bildeten eher die Ausnahme.

Wir müssen uns daher auf mündliche Überlieferungen stützen. Zusätzlich können wir jedoch als Beweis für unsere langjährige Tradition die schon seit dem 16. Jahrhundert in Thüle bestehenden Prozessionen und die dafür geltenden Ordnungen anführen. Wie die Schützenchronik berichtet, hat der Schützenbruder Hermann Menne am Tage des Laurentiusfestes im Jahre 1909 erklärt und durch sein Ehrenwort bekräftigt, dass ihm persönlich noch eine schlichte rote Fahne mit der Jahreszahl 1711 bekannt sei, die der Vater des Gutsbesitzers Josef Syring als Fähnrich getragen und verwahrt habe. Vermutlich hat der Schützenverein aber schon früher bestanden und 1711 die erste oder eine neue Fahne erhalten. Darauf deuten nämlich verschiedene kirchliche Dokumente und die schon vor dem Jahre 1711 abgehaltenen Prozessionen hin.

Die erste in Thüle bekannte Prozession ist bis in das 16. Jahrhundert nachzuweisen. Zur Abwendung eines drei Tage anhaltenden schweren Gewitters über Thüle, durch das die gesamte Ernte auf dem Nordfeld vernichtet worden war, versammelten sich die Thüler in der Kirche und gelobten "auf ewige Zeit" zu Pfingstmontag eine Prozession mit dem Allerheiligsten. Am 31. Oktober 1627 haben die Thüler zusammen mit den Pfarreien Elsen, Boke, Delbrück und Neuhaus an der Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius von Neuhaus nach Paderborn teilgenommen. Die feierliche Prozession wurde von den bewaffneten Schützen aus den Landgemeinden begleitet.

Diese Ausführungen, die in dem Buch"Der heilige Liborius" von Dr. Conrad Mertens aus dem Jahre 1873 enthalten sind, lassen den Schluß zu, dass bereits zu dieser Zeit ein wehrhafter Schützenverein zur Verteidigung des Ortes und zum Schutz der hier wohnenden Menschen bestanden hat. Auch bei der im Jahre 1700 eingeführten Fronleichnamsprozession durch das Dorf und der seit 1726 statff indenden Prozession zur Laurentiuskapelle werden die Schützen für den von der Kirche geforderten Begleitschutz gesorgt haben. Ohne Bewachung brauchte nämlich die Prozession zu Fronleichnam nur um die Kirche zu gehen, da im Umkreis von 50 m niemand angegriffen werden durfte. Der Bruch der Waffenruhe im Bannbereich der Kirche war mit schweren Strafen bedroht und konnte sogar zur Exkommunikation, dass heißt zum Ausschluß aus der kirchlichen Gemeinschaft führen.

Damit war der Verlust jeden Rechtsschutzes verbunden. Der so Ausgeschlossene war vogelfrei und geächtet; jeder durfte ihn töten. Der Kurfürst Clemens August verpflichtete die Thüler Pfarre im Juli 1737, jährlich am 23. Juli an der um 8.00 Uhr beginnenden Feier des Liboriusfestes im Dom zu Paderborn teilzunehmen. Nach Aussage des langjährigen Bistumsarchivars Dr. Alfred Cohausz, war für Prozessionen stets eine Genehmigung des Bischofs einzuholen, die nur erteilt wurde, wenn eine geeignete Schützentruppe den Schutz des Allerheiligsten gewährleisten konnte. Somit beweisen die urkundlich belegten Prozessionen der Thüler Pfarrei eindeutig die lange Tradition unserer Bruderschaft. Ihre wichtigste Aufgabe sahen die Schützen stets in der Verteidigung der Heimat und der gegenseitigem Hilfe in allen Fällen der Not.

Es ist anzunehmen, dass die Thüler Schützen in den häufigen kriegerischen Auseinandersetzungen und Fehden der vergangenen Jahrhunderte oftmals ihre Wehrhaftigkeit und Kampfstärke unter Beweis stellen mussten. Vor diesem Hintergrund ist vielleicht auch der Angriff auf die beiden schwedischen Soldaten im 30jährigen Krieg zu erklären, die bei dieser Auseinandersetzung von zwei Bauern aus Ostthüle erschlagen worden sind. Zusätzlich haben die Menschen im späteren Mittelalter ihre Dörfer durch bepflanzte Wälle vor Verwüstungen und Plünderungen durch Feinde und umherziehende Horden geschätzt.

Diese mit dornigen Hecken bewachsenen Wälle, nannte man Knick oder Kniggen. Die Sträucher wurden so geknickt und miteinander verflochten, dass sich schon nach kurzer Zeit eine fast undurchdringliche Hecke bildete. Teile dieser Wälle waren im Jahre 1920 einigen älteren Leuten noch in größerer Ausdehnung in Thüle bekannt. Sie müssen also um das Jahr 1850 noch vorhanden gewesen sein.


Die noch heute gültige Flurbezeichnung "Hinter den Knikken" im Bereich der nach dem Kriege errichteten Siedlung ist somit auf die früher bestehenden Schutzwälle zurückzuführen. Das Haslei war übrigens bis etwa 1925 mit Eichen, Buchen, Linden, Haselnuß und Weißdorn bewachsen. Reste eines ehemaligen Schutzwalles waren auch im Nordfeld zwischen Stangenweg und Scharmeder Straße zu finden.

Zwischen 1490 und 1790 sind für mehrere Orte im Hochstift Paderborn Schützenbriefe ausgestellt worden, von denen einige noch erhalten sind. Die in den wesentlichen Punkten übereinstimmenden Schützenbriefe, die in den meisten Fällen bereits bestehenden Vereinen erteilt wurden, geben einen guten Einblick in die Lebensweise unserer Vorfahren. Es ist anzunehmen, dass die in den Schützenbriefen festgehaltenen Vorschriften auch für Thüle Gültigkeit hatten.

Voraussetzung für die Aufnahme in die Schützenbruderschaften waren Bürgerrecht, körperliche Eignung und Tüchtigkeit. In allen Schützenbriefen heißt es dazu:"Die Schützenbruderschaft soll bestehen in einer sicheren Zahl zum Gewehr tauglicher, ehrbarer, aus selbigern Ort genommener Personen". Neben der Bezeichnung "Schützenbruderschaft" kommt in manchen Statuten auch die Bezeichnung"Schützengesellschaft" vor. Zwischen beiden ist ein Unterschied, der möglicherweise ursprünglich bestanden haben mag, nicht zu erkennen. Häufig trug derselbe Verein mal den einen und mal den anderen Namen. Eine Bruderschaft ist eine freiwillige kirchliche Einrichtung, die den Zweck hat, ihre Mitglieder zu religiöser Vervollkommnun und zu Werken der Nächstenliebe anzuhalten.

Somit ist diese Bezeichnung aus dem kirchlichen Leben gekommen und deutet darauf hin, dass die Schützen neben den militärischen Aufgaben und dem gesellschaftlichen Frohsinn sich auch in den Dienst der Kirche gestellt haben. Zur Erhaltung der Ordnung in ihren Reihen hatten die Bruderschaften auch eine gewisse Strafgewalt. Dieses Recht erstreckte sich auch auf außerdienstliche Verfehlungen, wie z. B. das Melken fremder Kühe, die Wegnahme von Feldfrüchten oder die Beschädigung fremder Zäune. Nachdem die Schützen den Täter zur Verantwortung gezogen hatten, wurde über dem entblößtem Haupt des knieenden Schützenbruders dreimal die Fahne geschlagen.

Als im Laufe der Zeit geordnetere Verhältnisse eintraten und die militärischen Aufgaben auf staatliche Einrichtungen übergingen, wurde in den Schützenvereinen vor allem heimatliches Brauchtum, vaterländische Gesinnung und die Bewahrung des Glaubens gepflegt. Bereits nach dem 30jährigen Kriege hatten die Fürstbischöfe Theodor Adolf von der Recke und Ferdinand von Fürstenberg die Schützenvereine unter den besonderen Schutz des Kirchenpatrons gestellt, um auf diese Art das Verantwortungsbewußtsein der Schützen zu stärken. Die in den Statuten vorgeschriebenen Schießübungen, bei denen von Zeit zu Zeit der beste Schütze ermittelt wurde, führten zum Schützenfest. Der Ablauf des Königsschießens und des Schützenfestes war in den Statuten der Schützenbriefe geregelt.

Die Amtszeit des Schützenkönigs dauerte bei den meisten Bruderschaften ein Jahr. Das Schießen war aber keineswegs einheitlich geregelt. Bei den meisten Schützenvereinen wurde auf Scheiben geschossen. Als Zeichen seiner Würde trug der König das"Kleinod" der Gesellschaft. Es war entweder ein silberner Vogel oder das Bildnis des Patrons. Dem Königsschießen folgte das Schützenfest, das in den meisten Orten drei Tage dauerte. Die Festvorbereitungen erstreckten sich hauptsächlich auf die Beschaffung des Bieres. Das wurde in den meisten Fällen selbst gebraut.

Jeder Schützenbruder hatte Anfang des Jahres eine festgesetzte Menge Gerste abzugeben. Das daraus gebraute Bier wurde an den Festtagen unentgeltlich ausgeschenkt. Als später die Berechtigung zum Bierbrauen eingeschränkt wurde, war statt der Gerste ein Geldbetrag zu entrichten oder das Bier zu einem niedrigen Preis an den Festtagen zu kaufen. Da die Mitglieder das Bier herstellen oder bezahlen mussten, sollte es auch nur von ihnen verzehrt werden. Nur vom Vorstand eingeladene Gäste durften davon mittrinken. Auch wenn diese Gäste wegen des Verzehrs gelegentlich nicht gern gesehen waren, war es die Pflicht eines jeden Schützen, die geladenen Gäste höflich zu behandeln.

Außer seiner Frau durfte der Schütze keine weiteren Personen - weder Angehörige noch Fremde - zum Fest mitbringen. Für Gäste war die Erlaubnis des Vorstandes einzuholen und ein Verzehrgeld zu entrichten. Das Bier durfte nur während des Festes ausgeschenkt werden. Den kranken Mitgliedern wurde das ihnen zustehende Bier jedoch zugeschickt. Die Trinkgefäße waren selten und manchmal schwer zu beschaffen. Wer ein Glas zerbrach, musste es sofort ersetzen. Als Trinkgeschirr wurden Kruken, Kannen und Gläser benutzt. Trotzdem mussten vielfach mehrere Personen aus einem Gefäß trinken. Wer sich hierbei nicht an die festgelegten Trinkregeln hielt, wurde mit einer Strafe belegt.


Die Regeln verlangten von jedem Festteilnehmer, den einmal eingenommenen Platz bis zum Abend nicht zu wechseln. Der Bankmeister achtete streng darauf, dass niemand von Tisch zu Tisch ging, um einen zusätzlichen Schluck zu erhaschen. In zahlreichen Vorschriften wurde die Festordnung geregelt. Streitigkeiten und Schlägereien waren streng verboten und mit empfindlichen Strafen bedroht. Männer und Frauen saßen getrennt an verschiedenen Tischen. Beim Tanz sollte größte "Ehrbarkeit und Ordnung" herrschen. Fremde Frauen hatten zum Tanz keinen Zutritt. Spätestens zwischen 9 und 10 Uhr wurde der"Bierzappen" zugeschlagen und damit das Schützenfest vor Einbruch der Dunkelheit beendet.

Der von 1835 bis 1848 in Thüle tätige Pfarrer Castrop hat die ältesten, noch heute erhaltenen Statuten verfaßt und sie mit einem Geleitwort versehen. Das Mindestalter für die Schützen hat er ausdrücklich auf 20 Jahre festgelegt. In der Präambel bezieht man sich auf bereits vor dem 2. Juni 1844 bestehende Satzungen, die leider nicht mehr vorhanden sind. Nach der neuen Satzung muss jedes Mitglied an den Prozessionen zu Pfingsten, Fronleichnam, Laurentius und den Beerdigungen verstorbener Schützenbrüder in ordnungsgemäßer Bekleidung und Bewaffnung teilnehmen. Wer ohne Erlaubnis des"Captains" fehlte, hatte eine Strafe zu zahlen, die sich von 50 Pfennig für einmaliges unerlaubtes Fehlen auf 1 Mark erhöhte und beim dritten Male 1,50 Mark betrug. Bei einem Eintrittsgeld von 2 Mark können diese Strafen als recht drastisch angesehen werden.

Sie belegen aber eindrucksvoll den hohen Stellenwert, den das kirchliche Leben einnahm. Schon am Abend vor den Prozessionen gingen Trommler durch das Dorf und erinnerten die Schützen an ihre Pflicht. Vor dem Hochamt versammelten sich die Schützen am Vereinslokal und marschierten geschlossen zur Kirche. Auf dem Weg zur Kirche wurden sie mit einem besonders feierlichen Geläut, der sogenannten "Stephanuspause" begleitet. Diese feierliche Läutepause erklang nur zu besonderen Anlässen und wurde dem üblichen Geläut zum Hochamt angefügt. Nach den Prozessionen werden die Geistlichen seit altersher mit dem traditionellen Fahnenschwenken geehrt.

Bei diesem, nur in Thüle und Scharmede üblichen Brauch, wird die Fahne über den Kopf, um Brust und Rücken, zweimal unter den Füßen her, wieder um Brust und Rücken und zum Abschluß über den Kopf geschwenkt. Die angetretenen Schützen werden übrigens durch dieses Fahnenschwenken vor dem ersten und letzten Ausmarsch geehrt. Für die Anschaffung einer weißen Schwenkfahne im Jahre 1877 zahlte jeder Schützenbruder 1 Taler. Die Franziskanerinnen in Salzkotten hatten diese Fahne, die dem heiligsten Herz-Jesu und dem heiligsten Herz-Marie'e gewidmet war, zum Preis von 60 Talern angefertigt. Daneben war zu dieser Zeit noch eine Fahne aus dem Jahre 1844 vorhanden. Die

Entstehung der ersten Schützenfeste in Thüle ist zeitlich nicht mehr nachzuvollziehen. In der Satzung von 1844 wird das Schützenfest überhaupt nicht erwähnt. Hauptlehrer Georg Hilker schreibt in der Festschrift von 1911: "Bei der Fastnachtsfeier in früheren Jahren wurde in Thüle an drei Stellen gespielt, getanzt und gezecht. Die'Echt-Thül'schen Bauern'fanden sich bei Görtz jetzt Grundmeier Ww.) Nr. 11 zusammen, die übrigen Bauern feierten bei Kückemeier Nr. 41 und die jüngere Generation verlebte diese Tage in Saus und Braus im heutigen Armenhause Nr. 40. Als die Kirche eingriff und dem tollen Faschingstreiben ein Ende bereitete, da entstanden die Schützenfesffeierlichkeiten, wie sie noch heutigentags üblich sind".

Diese Mitteilungen beruhen wahrscheinlich auf mündlichen Überlieferungen. Da die überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammenden Schützenbriefe sehr genaue Angaben zum Ablauf des Schützenfestes enthielten und insbesondere von den Festteilnehmern ordentliches Betragen forderten und zusätzlich verlangten, jeder solle sich "größter Ehrbarkeit befleißigen", deuten diese Ausführungen darauf hin, dass auch in Thüle bereits im 18. Jahrhundert Schützenfeste gefeiert worden sind. Die Vorschriften, dass unmäßig Betrunkene nach Hause mussten und die Tanzbelustigung nicht in die Nacht ausgedehnt werden durfte, lassen auf vorher ausschweifende Feste und den Einfluß der Kirche bei der Abfassung neuer Festvorschriften schließen.

Vor diesem Hintergrund erhalten die mündlichen Überlieferungen zur Entstehung der Schützenfeste in Thüle eine Bestätigung durch die noch vorhandenen Schützenbriefe. Bis zum Jahre 1910 können bereits 40 Königspaare namentlich nachgewiesen werden. Die ersten Schützenfeste fanden in Thüle auf den großen Tennen der Bauernhöfe statt. Gefeiert wurde u. a. bei Syring-Vierfuß Nr. 22, bei Klüner Nr. 30 und bei Haase Nr. 66. Nach dem Vogelschießen erhielt der neue König zum Zeichen seiner Würde die Königskette, den Königshut und einen Eichenkranz.


Anschließend wurden zuseinen Ehren drei Böllerschüsse abgefeuert. Die Schützen begleiteten den König nach Hause und feierten mit ihm zum Ausklang auf der großen Deele. Bei ihren Ausmärschen wurden die Schützen mit Trommeln und Flöten begleitet. Die Instrumente waren Eigentum des Vereins. Für die Ausführung der Marschmusik war der Tambourmajor verantwodlich. Die Trommler mussten am Abend vor öffentlichen Ausmärschen die Schützen durch Trommelschlag einladen.

Im Jahre 1884 hat der Verein ein eigenes Zeit zum Preis von 1.000 Mark angeschafft. Für das Zeltdach sollte ursprünglich jedes Thüler Mädchen 20 Ellen Leinen zur Verfügung stellen. Wegen der schlechten Qualität konnte das hiesige Leinen aber nicht verwendet werden. Deshalb musste sich jedes Thüler Mädchen mit 3 Mark an der Finanzierung beteiligen. Das Zelt wurde im Laufe der Jahre ständig erweitert und hatte 1910 eine Größe von 28 x 11 m. Für die Erneuerung des Zeltdaches waren im Jahre 1905 540 Mark und für notwendige Zeltreparaturen 60 Mark aufzubringen. Im Jahre 1910 machten eine Renovierung und ein neuer Fußboden Aufwendungen in Höhe von 970,33 Mark erforderlich. Das vereinseigene Zelt diente ab Herbst 1914 in Sennelager 300 französischen Kriegsgefangenen als Unterkunft. Ein heftiger Sturm zerstörte schon nach wenigen Tagen die dort aufgestellten Zelte. Eine Reparatur war leider nicht mehr möglich. Aus der Entschädigungszahlung waren zunächst die noch recht hohen Schulden zu begleichen. Von dem Rest legte man 1.350 Mark in Kriegsanleihen und 210 Mark bei dem 1883 gegründeten Thüler Spar- und Darlehnskasseverein an.

Eine neu angeschaffte Schwenkfahne kostete 350 Mark Im Jahre 1911 wurde erstmals ein Jubiläum gefeiert und aus diesem Anlass von Hauptlehrer Georg Hilker, dem für seine Verdienste die Ehrenmitgliedschaft verliehen worden war, eine Festschrift erstellt. Schützenkönig war Johannes Menne, der sich Frl. Elisabeth Grundmeier zur Königin erwählte. Das Jubelfest begann am 8. Juli mit einem Zapfenstreich. An dem großen Festzug durch das festlich geschmückte Dorf nahmen die Schützenvereine aus Bentfeld, Boke, Holsen, Mantinghausen, Oberntudorf, Salzkotten, Scharmede, Upsprunge, Verlar und Verne mit insgesamt 423 Schützen teil. Am Abend brannte Herr Filter aus Paderborn ein großes Feuerwerk ab, das alle mit großer Bewunderung verfolgten. Zum Tanz spielte die Musikkapelle Schirra aus Ramstein in der Rheinpfalz.

Die Salzkottener Zeitung veröffentlichte einen großen Bericht über das Fest und äußerte sich anerkennend über den fröhlichen und harmonischen Festverlauf bei schönstem Sommerwetter. Im Jubiläumsjahr 1911 zählte die Bruderschaft 112 Mitglieder. Neben dem Schützenzelt besaß sie noch eine rotseidene Damast-Schwenkfahne mit dem Bild des hl. Laurentius und eine weißseidene Damast-Schwenkfahne. Ferner gehörten der Bruderschaft ein Tambour-Majorstab, zwei Gewehre zum Vogelschießen und zwei Tambourmützen. Bis zum Jahre 1897 gab es in Thüle an der Boker Straße und auf dem Sandberg (jetzt Klosterweg) für alle zugängliche Schweinehuden. Im Jahre 1897 hat die Gemeinde die beiden Schweinehuden erkauft und mit dem Erlös zur Finanzierung des Kirchenanbaus beigetragen. Auf der Schweinehude am Sandberg stand bis zum Jahre 1896 die Vogelstange, die 1892 durch einen Blitzschlag beschädigt worden war. Nach dem Verkauf der Schweinehude ist die Vogelstange auf den heutigen Platz an der Laurentiusstraße versetzt worden. Dabei sind Kosten von 47 Mark angefallen.

Im Zuge des Separationsverfahrens hat die Schützenbruderschaft dieses Grundstück als Festplatz zugewiesen bekommen. Als nicht im Vereinsregister eingetragener Verein konnte die Bruderschaft aber nicht grundbuchlicher Eigentümer werden. Aus diesem Grunde erfolgte die Umschreibung im Grundbuch auf die Gemeinde Thüle. Im Jahre 1905 wurde auf dem Platz an der Vogelstange für das Zelt ein Lagerschuppen errichtet. Ein Jahr später haben die Schützen hier 18 Lindenbäume angepflanzt, die von Grundstückseigentümern aus dem Haslei kostenlos zur Verfügung gestellt worden waren. Die Gastwirtschaft Grundmeier dient seit 1896 als Vereinslokal. Hier finden seit dieser Zeit jährlich die Generalversammlungen, Vorstandssitzungen und sonstige Zusammenkünfte statt. Viele wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen haben die Schützen hier schon getroffen.

Zum Jubelfest 1911 war eine neue Uniform angeschafft worden. Zur weißen Hose wurde jetzt eine schwarze bzw. dunkle Jacke und eine eichenbelaubte Jägermütze getragen. Diese Uniform ist noch heute in Gebrauch. Bis dahin wurde zur weißen Hose ein Gehrock und ein Zylinder getragen. Der Zylinder war bei Verheirateten mit einem weißen Band, bei Ledigen mit einem weißen Quast und bei den Unteroffizieren mit Rosen geschmeckt. Die Offiziere trugen auch damals schon einen Federbusch.


Schützen
Aufnahme der zur Begleitung der Laurentiusprozession angetretenen Schützenbrüder im Jahre 1903

Nach Überlieferung noch lebender Schützenbrüder brachte diese Neuerung dem Verein zunächst viel Ärger. Anton Figgemeier berichtet auf Befragen: "Damals war was los. Mit der neuen Uniform waren nicht alle einverstanden. Viele, die an der alten Uniformordnung festhalten wollten, traten aus." Wesentliche Änderungen brachte die ab 1920 auf vielfachen Wunsch der jüngeren Mitglieder eingeführte neue Satzung. Nach der alten Satzung wählten die Mitglieder lediglich den Vorstand, bestehend aus Oberst, Kommandeur und Rendanten. Die Offiziere mussten für ihre Ämter Gebote abgeben.

Der Fahnenoffizier Johann Wiemeier musste beispielsweise 1902 für sein Amt 12,50 Mark entrichten. Der Fahnenoff izier Bernhard Sänger erhielt 1903 bei 36 Mark den Zuschlag. Ab 1920 wählte der Verein alle zwei Jahre einen aus zehn Personen bestehenden Schützenausschuß. Dieser wählte durch Stimmzettel den Vorstand und das Offizierscorps für eine 5jährige Amtszeit. 1922 drohte dem Verein wiederum eine Aufsplittung. Es war zu einem Zerwürfnis zwischen den jüngeren und älteren Schützenbrüdern gekommen. Ursächlich dafür war die Ernennung der Königsoffiziere durch den König selbst, was bereits 1920 mit der Annahme der neuen Satzung eingeführt werden sollte.

Bis dato war es üblich, dass diese Ämter ebenfalls gekauft wurden. Der junge König Heinrich Hupe beharrte auf seinem Recht und ernannte kurzerhand Josef Brockmann und Josef Berhorst zu Königsoffizieren. Die bisherigen Königsoffiziere Joseph Votsmeier und Joseph Jäger wurden somit ihrer Ämter enthoben. Die alte Vereinsführung war mit dieser Neuerung auch nicht einverstanden und wollte mit aller Gewalt an der alten Regelung festhalten. Sie verweigerte sogar zunächst die Herausgabe de neuen Vereinssatzung an die jüngeren Schützen. Es kam zu regelrechten Tumulten an der Vogelstange. Bezeichnend dafür ist, dass der Fahnenoffizier Fecke die Fahne mit der Spitze in die Erde rammte. Durch letztendliches Einlenken seitens des Vorstandes konnte jedoch Schlimmstes verhindert werden.

Die Ernennung der Königsoffiziere durch den König ist noch heute Bestandteil der Satzung; eine Regelung, die noch heute gilt und sich gut bewährt hat. Die Schützenfeste wurden in damaliger Zeit fast immer in der Wiese vom Vereinslokal Grundmeier (jetzt "Zum Kamin") gefeiert. Weist die Vereinschronik in den 20er und 30er Jahren häufig den Vermerk auf, dass kein Schützenfest gefeiert wurde, so mag das an allgemeiner finanzieller Not gelegen haben. 1931 schrieb der Chronist, dass wegen eines fürchterlichen Hagelsturms, der fast die gesamte Ernte vernichtet hatte, das Schützenfest ausfallen musste. 1934 wurde von Seiten der Regierung darauf gedrungen, dass sich sämtliche Schützenvereine einem größeren Verband anschließen sollten. Der Thüler Schützenverein schloß sich der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Leverkusen-Bürrich an.

Der Führer dieser Bruderschaft war Altgraf Franz Fürst zu SalmReifferscheidt-Dyk. Als Präses wurde Pastor Luis aus Leverkusen bestimmt. Auch der Schützenverein Thüle musste als angeschlossener Verein einen Präses haben, zu dem Pfarrer Clemens Schulte gewählt wurde. Der aufkommende Nationalsozialismus machte auch vor dem hiesigen Vereinsieben nicht halt. Ab 1937 musste der Name "Heimatschutz-Verein Thüle" angenommen werden. Der Schützenverein wurde geschlossen herangezogen zu Wahlveranstaltungen und Tagungen. 1939 musste der Verein dem Deutschen Schützenverband beitreten. Der atheistische Druck des Dritten Reiches führte dazu, dass die Gestapo das Pfarrhaus durchsuchte und Präses Clemens Schulte verhörte. Kräfte aus der eigenen Gemeinde versuchten, die Durchführung der Prozessionen zu verhindern.

Die Vereinsführung setzte sich diesem Bestreben vehement entgegen. Oberst Jodokus Wiechers und Kommandeur Georg Schwerter legten aus Protest gegen diese Bestrebungen ihre Ämter nieder. Mit dem Untergang des Dritten Reiches und dem Ende des II. Weltkrieges gingen auch für den Schützenverein entbehrungsreiche Jahre zu Ende. Das Vereinsleben begann sich wieder zu normalisieren. 1948 konnte am Laurentiustag wieder ein Schützenfest im kleinen Rahmen gefeiert werden, wozu selbstgebrannter Schnaps ausgeschenkt wurde. Gemäß den Bestimmungen des britischen Truppenstatutes waren Feuerwaffen verboten. So bediente man sich zum Vogelschießen zunächst einer Armbrust und in der Folgezeit eines Luftgewehrs. Der jeweilige Vogel war dementsprechend aus Gips bzw. aus Lehm erstellt worden.

Ein großes Ereignis konnte im Jahre 1961 gefeiert werden. Die Schützenbruderschaft blickte auf ihr 250jähriges Bestehen zurück. Am Jubelifest nahmen die Schützenvereine aus Anreppen, Boke, Bentfeld, Brenken, Delbrück, Elsen-Haupt, Elsen-Bahnhof, Gesseln, Hörste, Holsen, Mantinghausen, Salzkotten, Scharmede, Oberntudort, Niederntudorf, Upsprunge und Verne teil. Der prachtvolle Hofstaat mit dem Königspaar Hubert Schrewe und Therese Haase gaben dem Fest einen besonderen Rahmen. Aus Anlass des Jubelfestes stiftete Baron Joseph Freiherr von Ketteler dem Verein einen Ehrenwimpel.


Der Wimpel aus grüner Seide zeigt auf einer Seite den Liboriuspfau, auf der anderen Seite die Widmung des Hauses Ketteler mit dem Familienwappen. Bereits zum Jubelfest 1911 hatte die Baronin Ludowika Freifrau von Ketteler dem Verein 100 Mark für eine Fahne gestiftet. Vom guten Verhältnis der Schützenbruderschaft zum Hause Thüle zeugt noch heute das traditionelle Ständchen am Schützenfestmontag.

Wie in den Nachbargemeinden, so änderte sich auch in Thüle zu Beginn der 60er Jahre die Schützenfestordnung. Die Frauen der Schützenbrüder, bislang nur sonntags und montags zum Schützenfest eingeladen, kamen nach und nach auch samstags zum Schützenfest, eine Regelung, die heute noch besteht und nicht mehr wegzudenken wäre. Am 6.1.1965 wurde mit dem Kriegerverein Thüle eine schriftliche Übereinkunft erzielt, wonach abwechselnd alle zwei Jahre ein Fest gefeiert werden sollte. Diese für die damalige Zeit äußerst wichtige Vereinbarung bestand bis 1970. Seit dieser Zeit wurde wieder alljährlich das traditionelle Schützenfest gefeiert.

In Hörste gelang es dem Schützenbruder Herbert Hübner 1975 die Kreiskönigswürde zu erringen. Somit wurde das Kreisschützenfest 1976 in Thüle ausgerichtet. Unter der Leitung von Oberst Franz Rempe, dem Königspaar Herbert Hübner und Uschi Neben wurde das wohl größte Thüler Volksfest gefeiert. Mit einem bislang unvergessenen Heimatnachmittag, zu dem alle ehemaligen Thüler eingeladen worden waren, begannen die Feierlichkeiten. Den Höhepunkt bildete der große Festzug mit 4800 angetretenen Schützen, den dazugehörigen Königspaaren, Hofstaaten, Spielmannszügen und Musikkapellen.

Am 17.6.1977 trat eine neue Vereinssatzung in Kraft. Nach Erlangung der Gemeinnützigkeit wurde der Verein zur Eintragung in das Vereinsregister angemeldet. Unsere Bruderschaft zählt im diesjährigen Jubiläumsjahr 390 Mitglieder. Mitgliedschaften bestehen seit 1934 beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften in Köln-Leverkusen, dem Bezirksverband Büren und seit neuerer Zeit beim Kreisschützenbund Büren. 1983 wurde im Rahmen der Jugendarbeit eine Schießsportabteilung gegründet. 1982 konnte ein vereinseigener Schützenplatz in Anbindung an das Sportgelände an der Katharinenlinde erworben werden, wo als erste Veranstaltu ng das J ubelf est gefeiert werden soll.

Das diesjährige Jubiläumsfest bietet vielfältige Möglichkeiten der Begegnung. Insbesondere der Heimatnachmittag wird allen Gelegenheit geben, mit den ehemaligen Bewohnern unserer Gemeinde und den anwesenden Gästen gemeinsam zu feiern, Erinnerungen auszutauschen sowie freundschaftliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Eine besonders herzliche Einladung ergeht hierzu auch an die in den letzten Jahren zugezogenen Familien. Jeder Schützenbruder ist persönlich aufgefordert, seinen Nachbarn anzusprechen und ihm beim Schützenfest die Aufnahme in die dörfliche Gemeinschaft zu erleichtern. Anläßlich des Jubiläums stellt sich auch die Frage nach den Aufgaben der Schützenbruderschaft in heutiger Zeit und den Chancen für die Zukunft. Eine Antwort ist in der Rückbesinnung auf die ursprünglichen Aufgaben der Schützenbruderschaft zu finden.

Die St. Laurentius-Schützenbruderschaft ist als eine Vereinigung zur Selbstverteidigung in unsicherer Zeit entstanden. Mutige und kampftüchtige Männer hatten sich zum Ziel gesetzt, das Dort, die Familien und ihr Eigentum gegen feindliche Angriffe zu verteidigen sowie die Prozessionen zu schützen. Sie übernahmen Aufgaben, die heute überwiegend durch staatliche Organe wahrgenommen werden. Im Laufe von 3 Jahrhunderten hat sich die Art des Einsatzes gewandelt. Der grundlegende Auftrag aber ist - unabhängig von allen zeitbedingten Formen bis heute geblieben. Nach wie vor haben die Schützen die Aufgabe, durch vorbildlichen Einsatz Schaden von unserer Gemeinde und den hier lebenden Menschen abzuhalten, unsere christlichen Grundsätze zu verteidigen, überliefertes Brauchtum zu pflegen und die Dorfgemeinschaft durch gesellige Veranstaltungen zu fördern.

Die Gegenwart ist gewissermaßen das Kind der Vergangenheit und die Mutter der Zukunft. Unsere Tradition kann somit nichts Veraltetes, nichts Unmodernes und nichts Eingekapseltes sein, sie ist vielmehr die Grundlage für unsere Zukunft. Der echte Auftrag der Tradition heißt, frei und offen für die Zukunft zu sein. Der hl. Paulus hat das mit folgenden Worten sehr treffend ausgedruckt: "Prüfet alles und bewahret das Gute".


Gesamtvorstand im Jubiläumsjahr

Vorstand
1. Reihe von links nach rechts: Heinz Jäger, Pastor Gede, Franz Wigge, Josef Kamp, Klemens Sonntag, Josef Schröder.
2. Reihe: Konni Syring, Heiner Fecke, Heinz Werner, Norbert Kappius, Johannes Fraune, Bernhard Santüns, Anton Fitzner, Klemens Syring.
3. Reihe: Fritz Hölscher, Franz Eikel, Alois Mommert, Heinz Votsmeier, Herbert Hübner, Johannes Scherf, Heinrich Bertelsmeier, Meinolf Votsmeier.
4. Reihe Norbert Berhorst, Reinhold Pötting, Norbert Scherf, Josef Santüns, Michael Schulte, Franz-Josef Rempe Karl-Heinz Löhr

Spielmannszug Thüle

Auf Anregung von Konrad Obergassel gründeten im Jahre 1920 Heinrich Benteler, Theodor Berhorst, Theodor Fecke, Heinrich Obergassel, Konrad Obergassel, Theodor Küsterarend, Anton Papenkort, Josef Reiling, Heinrich Rempe, Josef Rempe, Martin Rempe und Stefan Wigge den Spielmannszug Thüle. Die Proben fanden in den ersten Jahren bei schönem Wetter im Glockenpohl und ansonsten im Hause Konrad Obergassel statt. Der Spielmannszug war mit Trommlern und Flötisten besetzt. Bis zum Jahre 1939 erhöhte sich die Zahl der aktiven Mitglieder auf 16. Bereits kurz nach der Gründung begleitete der Spielmannszug die Schützen bei Ausmärschen, Prozessionen und dem Schützenfest. Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltrieges wurde im Jahre 1945 die Verinstätigkeit von 2 Trommlern und 3 Flötin wieder aufgenommen. Neue Impulse und Varianten der Spielannszugmusik erhielt der Verein durch den Spielmannszug Mülheim-Styrum, dem Adolf Votsmeier aus Thüle angeörte und durch den Besuch von Musikehrgängen des Hauses Lyrer in Münster. Zur Abrundung und Harmonisierung des Klangkörpers erfolgte nach und nach die Anschaffung weiterer Instrumente. 40 Musikstücke (Märsche, Großer Zapenstreich, Konzertstücke) werden regeläßig einmal in der Woche im Vereinslokal Lohre und in der Grundschule geprobt und zusätzlich neue einstudiert. Die Jugendarbeit wird intensiv betrieben. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Ausbildung des Nachwuchses dar. Der Spielmannszug Thüle nimmt alljährlich am Vogelschießen und Schützenfest in Thüle, Upsprunge, Benffeld, Salzkotten und Lippstadt sowie beim Karnevalsumzug in Delbrück teil. Ferner begleitet der Spielmannszug die Prozessionen in Thüle und wirkt bei verschiedenen Veranstaltungen der Thüler Vereine mit. Erfolgreich hat der Verein in den letzten Jahren an mehreren SpielmannszugWettstreiten teilgenommen. Zahlreiche Pokale und Plaketten dokumentieren den hohen Leistungsstand. Zur Zeit gehören dem Spielmannszug Thüle unter dem Vorsitz von Klemens Weber und der Stabführung von Georg Tüllmann 49 aktive und 151 passive Mitlieder an.
Spielmannszug

Musikverein Thüle

Im Mai 1924 gründeten in der Werkstatt des Schuhmachers Xaver Bröckling, im Hause Heinrich Menne, die Musikinteressenten Xaver Bröckling, Ferdinand Berhorst, Heinrich Berhorst, Josef Berhorst, Anton Figgemeier, Franz Figgemeier, Theodor Gerdes, Stefan Henke, Theo Küsterarend, Franz Münstedeicher, Josef Münsterteicher, Josef Santüns, Bernhard Stripmeier und Konrad Votsmeier den Musikverein Thüle.

Xaver Bröckling, der bereits beim Gesellenverein in Paderborn die Trompete gespielt hatte, stellte sich als Kapellmeister zur Verfügung und übernahm die Ausbildung der Musikfreunde. Eine von den Mitgliedern Anton Figgemeier und Stefan Henke durchgefühde Haussammlung für die Finanzierung von Musikinstrumenten erbrachte über 200 RM. Da das vorhandene Geld nicht zur Bezahlung der angeschafften Musikinstrumente ausreichte, mussten sich die Mitglieder Xaver Bröckling, Theodor Gerdes und Bernhard Stripmeier für den Restbetrag persönlich gegenüber dem Musikhaus Schindler in Paderborn verbürgen. Zunächst wurden Kirchenlieder eingeübt; anschließend Märsche, Polkas und Walzer.

Nach dem ersten Probemarsch im Glockenpohl im Monat Mai des Jahres 1925 begleitete der Musikverein im selben Jahr erstmals die Sakramentsprozessionen. Zusammen mit den Thüler Schützen nahm der Musikverein 1926 am Jubelfest in Mantinghausen teil und spielte 1927 erstmals beim Schützenfest in Thüle auf. Nach über 40jähriger Tätigkeit trat Xaver Bröckling 1967 als Kapellmeister zurück- Seit dieser Zeit übt Bernhard Ewers mit viel Idealismus dieses Amt aus, der sich besonders für die Ausbildung des Nachwuchses einsetzt. In jährlich rd. 40 Proben wird das gesamte Repertoire eingeübt und ergänzt. Weitere 20 Proben der Tanzkapelle gewährleisten eine exellente Tanz- und Unterhaltungsmusik, die höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Neben dem Schützenfest in Thüle und der Begleitung der Sakramentsprozessionen werden viele andere Veranstaltungen der Thüler Vereine musikalisch umrahmt und unterstützt. Darüber hinaus haben die Schützenvereine Ahden, Hövelriege, Steinhausen und Salzkotten den Thüler Musikverein verpflichtet. Zur Zeit gehören dem Musikverein Thüle unter Vorsitz von August Hischer 33 aktive und 115 passive Mitglieder an.

Musikverein

Schießsportabteilung der St. Laurentius Schützenbruderschaft Thüle

Im Jahre 1983 kam die Bruderschaft dem Interesse vieler Schützen am Schießsport nach. Mit Beschluß des Schützenvorstandes vom 4. Mai 1983 wurde die Schießsportabteilung ins Leben gerufen. Die Schützenbrüder Alois Mommert, Heinz Stripmeier, Meinolf Votsmeier und Heinz Bertelsmeier ließen sich zu Schießleitern ausbilden und wurden mit dem Aufbau der Abteilung betraut.

Alois Mommert wurde zum Schießmeister ernannt. Im Vereinslokal "Zum Kamin" wurde ein Luftgewehrschießstand mit 4 Bahnen errichtet, der bereits am 27. November 1983 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Mit 4 vom Verein beschafften Luftgewehren wurde der Schießbetrieb aufgenommen. In der Saison 84/85 beteiligten sich eine Schützenmannschaft sowie eine Jugendmannschaft an den Rundenwettkämpfen, in der Saison 85/86 kam eine zweite Schützenmannschaft hinzu.

Der Schießspodabteilung gehören mittlerweile 27 aktive Schützen an, darunter 15 Jugendliche bzw. Schüler(innen). Seit Februar 1986 wird die Abteilung von Schießmeister Meinolf Votsmeier geführt. Ihm zur Seite stehen Alois Mommert als stellv. Schießmeister, Heiner Käuper als Schriftführer, Heinz Stripmeier als Kassierer sowie die Mannschaftsführer Wolfgang Wunderlich, Günter Cichy und Oliver Tietz.

Schießsport

Könige und Königinnen der Bruderschaft soweit bekannt

Klemens Kessler - Elisabeth Temme 1926 Jodokus Wiechers -
Johannes Jäger - Anna Maria Syring 1927 Anton Figgemeier - Elisabeth Benteler
Johannes Jäger - mit Frau 1928 Theodor Berhorst -
Joseph Wecker - Gertrud Syring 1929 Theodor Gerdes - Therese Sallen
Bernhard Fraune - Anna Maria Votsmeier 1930 Franz Schniedermeier -
Johannes Jäger - mit Frau 1931 Heinrich Berhorst -
Josef Hölscher - Elisabeth Holtgrewe 1932 Bernhard Fraune - Mathilde Lohre
Heinrich Sallen - Therese Grundmeier 1933 Josef Fecke - Elisabeth Schrewe
Franz Sänger - Therese Syring 1934 Josef Fecke -
Ferdinand Syring - Therese Wiemeyer 1935 Bernhard Strunz - Josefine Dribusch
Konrad Figgemeier - Angela Grundmeier 1936 Heinrich Rittmeister - Elisabeth Brockmann
Stephan Papenkort - Anna Figgemeier 1937 Konrad Syring - Elisabeth Kutscher
Franz Müther - Anna Maria Küsterarent 1939 Stefan Klocke - Josefine Papenkordt
Franz Müther - Therese Funke 1948 Herbert Berhorst - Christine Wecker
Stephan Wigge - Elisabeth Sonntag 1949 Stefan Berhorst - Änne Jäger
Theodor Käuper - Elisabeth Syring 1950 Josef Tüllmann - Antonie Grundmeier
Martin Figgemeier - Maria Wigge 1951 Stefan Stoffelns - Elisabeth Jäger
Franz Stoffelns - Gertrud Käuper 1952 Josef Syring - Käthe Haase
Georg Küsterarent - Maria Berhorst 1953 Karl Lenzmeier - Gerti Strunz
Joseph Jäger - Maria Jäger 1954 Heinrich Berhorst - Klara Berhorst
Johannes Berhorst - Maria Knoke 1955 Theodor Käuper - Maria Remmert
Josef Hupe - Maria Wecker 1956 Albert Klocke - Maria Fraune '
Heinrich Jüttemeier - Elisabeth Syring 1957 Hermann Obergassel - Maria Haase
Klemens Syring - Katharina Grundmeier 1958 Heinrich Schütte - Marianne Küsterarent
Johannes Jäger jun. - Gertrud Heimeier 1959 Franz Berhorst -
Josef Fecke - Anna Schwerter 1960 Heinrich Ewers - Margarete Stupeler
Konrad Benteler - 1961 Hubert Schrewe - Theresia Haase
Johannes Hölscher - Elisabeth Schrewe 1962 Johannes Wigge
Bernhard Sänger - Gertrud Syring 1963 Rainer Berhorst - Elisabeth Grundmeier
1900 Wilhelm Grundmeier - Elisabeth Krimphove 1964 Franz Wigge - Elisabeth Kamp
1901 Wilhelm Grundmeier - Maria Syring 1965 Heinrich Schütte
1902 Wilhelm Grundmeier - Therese Küsterarent 1966 Heiner Fecke - Irmgard Rittmeister
1903 Heinrich Klocke - Therese Dribusch 1967 Franz Mannfrahs
1904 Heinrich Benteler - Anna Tüllmann 1968 Heinrich Stupeler - Ingrid Stupeler
1905 Klemens Sänger - 1969 Heinrich Stupeler
1906 Johannes Jäger - Gertrud Jäger 1970 Klemens Sonntag - Johanna Sonntag
1907 Johannes Küsterarent - 1971 Dietmar Sieland - Marlis Sieland
1908 Josef Syring - Maria Fraune 1972 Johannes Käuper - Josefine Käuper
1909 Stephan Wigge - 1973 Franz Wigge - Angela Wigge
1910 Johannes Kamp - Elisabeth Fecke 1974 Heinz Votsmeier - Margarete Votsmeier
1911 Johannes Menne - Elisabeth Grundmeier 1975 Heribert Hübner - Ursula Neben
1912 Franz Tüllmann - 1976 Norbert Kappius - Marianne Kappius
1914 Bernhard Stupeler - Gertrud Stupeler 1977 Herbert Jäger - Mechthild Jäger
1919 Konrad Niggemeier - Therese Berhorst 1978 Heinz-Georg Feldewert - Christa Feldewert
1920 Stefan Niggemeier - Maria Jäger 1979 Konni Syring - Waltraud Berhorst
1921 Georg Grundmeier - Elisabeth Votsmeier 1980 Franz Wigge - Angela Wigge
1922 Heinrich Hupe - Elisabeth Wiechers 1981 Hans-Josef Haase - Marlies Haase
1923 Heinrich Hupe - 1982 Klemens Syring - Doris Syring
1924 Josef Brockmann - 1983 Heinz Jäger - Elisabeth Jäger
1925 Ignaz Strunz - Anna Schniedermeier 1984 Johannes Altenrichter - Marianne Altenrichter
1985 Johannes Fraune - Paula Fraune

Bruderschaftsfahne Bruderschaftsfahne
Zum Jubelfest 1911 gestiftete Bruderschaftsfahne von Ludowika Freifrau von Kettler 1976 aus Anlass des Kreisschützenfest angeschaffte Bruderschaftsfahne

50jähriges Jubelpaar 25jähriges Jubelpaar
50 jähriges Jubelpaar Heinrich Rittmeister
und Ehefrau Elisabeth, geb. Brockmann
25 jähriges Jubelpaar Hubert Schrewe
und Theresia Haase

Jubelhofstaat 1936

Jubelhofstaat mit Königspaar 1936

von links nach rechts:
Maria Küsterarent, Hermann Mennemeier, Elisabeth Rittmeister, Stefan Klocke, Elisabeth Brockmann, Heinrich Rittmeister, Änne Brockmann, Josef Syring, Änne Bergschneider, Martin Läger

 

Jubelhofstaat 1961

Jubelhofstaat mit Königspaar 1961

von links nach rechts:
Maria Rittmeister, Elli Sonntag, Erna Berhorst, Maria Wiechers, Anneliese Eikel, Heinrich Haase, Königin Therese Haase, König Hubert Schrewe, Josef Syring, Maria Haase, Gertrud Santüns, Käthe Syring, Agnes Obergassel, Mathilde Schrewe


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